Ko Shamo
In den letzten Jahren wurde die Qualität der Ko Shamo
in Deutschland sprunghaft verbessert. Einige namhafte Züchter haben durch Abgabe von
sehr hochwertigem Zuchtmaterial dazu beigetragen, dass die unattraktiven Kreuzungsprodukte,
die man noch vor einigen Jahren auf unseren Ausstellungen gesehen hat, weitestgehend
verschwunden sind. Sie existieren aber leider immer noch. Wir müssen die Ko Shamo so
züchten wie es in Japan schon seit etlichen Jahrzehnten geschieht. Einkreuzungen oder
das Weiterzüchten mit Kreuzungsprodukten bringen den Züchter nicht weiter und
zerstören unwiderruflich das einmalige Verhalten dieser Rasse.
In allererster Linie muss bei dem Ko Shamo der Typ beachtet werden. Er zeichnet sich
aus durch eine stark aufgerichtete Haltung, äußerst knappes, fest anliegendes
Gefieder ("nadelspitze Federn" im Hals- und Sattelbehang), einen kräftigen
Kopf, fein und mehrreihig geschuppte Läufe und eine ausgeprägte Schulterung.
Der Körper ist in drei Teile einzuteilen: 1/3 Kopf und Hals, 1/3 Rumpf und 1/3
Schenkel und Läufe. Je länger jedoch der Hals ist, umso besser ist es für
den Typ des Ko Shamo. Er wirkt dadurch umso edler. Der fein geperlte Walnusskamm sitzt fest
auf dem Kopf, die Kehllappen sind so reduziert wie möglich und das Auge ist perlfarbig.
Die Kehlwamme ist deutlich vorhanden aber längst nicht so ausgeprägt wie bei den
Yamato Gunkei. Auch die Augenbraue wird gefordert und soll zum Hinterkopf auslaufen. Im
Vergleich zu den Kopfpunkten des Yamato Gunkei ist der Kopf des Ko Shamo eher als "trocken"
zu bezeichnen.
Der Hals soll sich zum Rumpf hin verjüngen. Die eckigen Schultern
sind der breiteste Teil des Körpers. Der Flügel wird fest geschlossen getragen und
zeigt die vielmals diskutierte "Flügellücke", bzw. den sogenannten
"offenen Flügel." Durch die knappe Befiederung ist die Axialfeder sehr klein,
meiner Erfahrung nach aber stets vorhanden.
Auf der breiten und stolz getragenen Brust zeigt
sich über dem Brustbein ein breiter, federloser Streifen Haut, der intensiv rot gefärbt
ist. Auch dieser ergibt sich durch die knappe Befiederung. Der Ko Shamo zeigt ausgeprägte
Flügelrosen. Über Schultern und Rücken verläuft die sogenannte 5-Bogen-Linie,
ein unbedingtes Rassemerkmal. Je typvoller das Tier ist, um so stärker ist sie ausgeprägt.
Der Schwanz ist kurz befiedert, die äußeren Steuerfedern sind nach oben gebogen und
ergeben den auch dem Yamato Gunkei eigenen "Garnelenschwanz".
Die Schenkel sind kräftig und ausgeprägt. Die Läufe sind mehrreihig fein
geschuppt, man spricht von einer "Laufperlung". Auch die Zehen sind kräftig
und relativ kurz.
Die Henne zeigt sich nicht ganz so aufgerichtet in der Haltung.
Für sie gelten aber auch weitestgehend die Anforderungen an die Rassemerkmale, die
ein typvoller Hahn haben soll. Geschlechtsbedingte Unterschiede sind natürlich vorhanden.
In Deutschland wird der Ko Shamo bis dato in etlichen Farbenschlägen gezüchtet,
sogar rotgesattelt ist schon vorhanden. Die Hauptfarbenschläge sind jedoch gold-weizenfarbig,
silber-weizenfarbig, weiß, schwarz und gelb mit schwarzem Schwanz. Auch der gesperberte
und der blaue bzw. blau-goldweizenfarbige Farbenschlag ist im Kommen. In den seltenen
Farbenschlägen wie z. B. schwarz-rot oder weiß mit schwarzem Schwanz sind vereinzelt
typvolle Tiere anzutreffen.
Henne: 600 bis 800 g
Mehrjährige Tiere liegen jedoch erfahrungsgemäß ab und an über
diesen Gewichtsangaben. Meiner Erfahrung nach ist das aber nicht schlimm, wenn es sich um
markante und typvolle Tiere handelt. Durch Ausgleichspaarungen kann man die Größe
wieder ins richtige Maß bringen.
SV Ko Shamo
2008 KoShamo
Autor: Michael Stumme
































